08. Juli 2013

Yogalehrerausbildung nach BDY/EYU

Immer mehr Menschen in Deutschland sind am Berufsbild "Yogalehrer/in" interessiert. Obwohl das Berufsbild seit Jahren anerkannt ist, ist der Beruf in Deutschland nicht gesetzlich geschützt. Dennoch gibt es in Europa und Deutschland Richtlinien und Normen für die Yogalehrerausbildung.

BDY/EYU

Die Europäische Yoga Union, kurz EYU, ist eine internationale Organisation, die 1971 aus Mitgliedern nationaler Yogaverbände entstand und es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Beruf "Yogalehrer/in" zu schützen. Sie legt Anforderungen, Aufgaben und Voraussetzungen fest, die zertifizierte Yogalehrerinnen erfüllen müssen und gewährleistet somit Qualität. Gleichzeitig schützt die Organisation die Grundprinzipien von Yoga und handelt nach einem Wertesystem, das diesen Begriff allumfassend erklärt. Nach der EYU ist es nicht nur physische Praxis, sondern auch eine Philosophie, die die Gesamtentwicklung des menschlichen Potenzials zum Ziel hat. Grundlagen der Yogalehrerausbildung sind klassische Yogatexte, die sogenannten Sutras von Patanjali und indische Weisheiten, die in zertifizierten Yogaschulen über eine Dauer von vier Jahren gelehrt werden. Weil die Europäische Union, die Yogapraxis nicht als Religion betrachtet, darf jeder Yogalehrer werden, unabhängig vom Glauben. Jede nationale Yoga-Organisation, die diese Yoga Richtlinien anerkennt, darf Mitglied der EYU werden.

Anerkannte Ausbildungen in Deutschland

Für eine anerkannte Yogapraxis Ausbildung gelten in Deutschland die Rahmenrichtlinien des BDY, Bundesverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V. Als Mitglied der internationalen Yoga-Organisation bildet der BDY an mehr als 40 Ausbildungsschulen nach den Grundsätzen der EYU aus. Voraussetzungen für die Aufnahme sind das Mindestalter von 25 Jahren, eine gute Allgemeinbildung, Verantwortungsbewusstsein und mindestens drei Jahre Yogapraxis. Die vierjährige Ausbildung kann nebenberuflich absolviert werden, umfasst aber mindestens 720 vorgegebene Unterrichtseinheiten mit Pflichtfächern. Das Ausbildungsprogramm besteht aus Hatha-Yoga, Meditation, Unterrichtsgestaltung, Psychologie, Medizinische Grundlagen, Geschichte und Philosophie der Yogapraxis, Ethik und Philosophie, Berufsorientierung und einem Unterrichtspraktikum. Jedes Fach hat eine vorgegebene Pflichtstunden- und Wahlstundenanzahl. Die Wahlstunden können innerhalb eines Unterrichtsfachs beliebig verteilt werden, so dass jeder Teilnehmer, die Möglichkeit hat, Schwerpunkte zu setzen. Weil jede BDY-Schule ihre eigene Tradition hat und ihre eigenen Schwerpunkte setzt, unterscheiden sich einzelne Yogalehrerausbildungen voneinander, bleiben aber immer im Rahmen der Richtlinien. Die Ausbildung wird mit einer Prüfung und acht Vorstellstunden abgeschlossen. Der Teilnehmer darf nach erfolgreichem Abschluss den Titel "Yogalehrer/in BDY/EYU" tragen. Der Titel ist als geschützte Marke im Deutschen Markenregister eingetragen.

BDY-Mitglieder

Ausgebildete Yogalehrerinnen haben ein breites Aufgabengebiet mit den unterschiedlichsten Anforderungen. Um den berufsspezifischen, berufspolitischen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden, sind regelmäßige Weiterbildungen in allen Bereichen von großem Vorteil. Wer BDY-Mitglied ist profitiert von einem breitgefächerten Netzwerk anerkannter Yogalehrerinnen, die sich in Interessenvertretungen, Sonderveranstaltungen, Weiterbildungen und Öffentlichkeitsarbeit stark machen und sich gegenseitig unterstützen. Der BDY informiert Mitglieder über aktuelle Geschehnisse und bietet ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm in den Bereichen Fachkompetenz, Sozialkompetenz, Lehrmethoden und viel mehr an.