25. September 2014

Sightjogging in München

Über die Stadt München mit seinen fast 1,5 Millionen Einwohnern muss man an dieser Stelle sicher nichts Ausführliches zur Einleitung schreiben. Das machen unzählige andere Webseiten sicher wesentlich besser und umfangreicher. Deshalb soll an dieser Stelle nur noch angemerkt sein, dass die schöne Landeshauptstadt des Freistaates Bayern die drittgrößte Stadt Deutschlands ist.

Warum die Einleitung? Nun, der Fakt vieler Menschen in einer Großstadt bereitet gut auf bestimmte soziale Thematiken vor. Neben der täglichen Arbeit, so man dieser nachgehen kann, und der vom Körper mal mehr und mal weniger geforderten Erholungsphasen durch Schlaf steht dem Menschen Lebenszeit zur "freien" Verfügung. Bei einem sicher nicht so geringem Prozentsatz in dieser Stadt gibt es sicher auch Zeitgenossen, die neben dem Schlaf alle andere Zeit komplett zur freien Vefügung haben. Die Nutzung dieser Phase wird oft sehr entsprechend unromantisch als "Freizeitgestaltung" bezeichnet. Und genau darum geht es bei diesem speziellen Angebot auch - um einen aktiven Teil derselben.

Dabei ist die Idee eher für Touristen gedacht, die eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten mit einem aktiven Element ihres Tagesablaufs verbinden wollen. Wenn man es gewohnt ist, jeden Tag mindestens 5 bis 10 km zu joggen, um sich allgemein fit zu halten, warum sollte man dann nicht die Kombination mit anderen Tätigkeiten, gerade während eines Urlaubs, in Erwägung ziehen? Und was würde besser passen, als die nötige Mobilität zum "Abarbeiten" der zur Besichtigung geplanten Sehenswürdigkeiten durch diese Aktivität verfügbar zu machen? Dass dieses Konzept auch für Einheimische viele Vorteile bringen kann, ist fast selbstverständlich.

Der aktiv joggende Tourist stellt also einfach eine Liste mit seinen persönlichen "Points of Interest" zusammen. Dann übergibt er diese Liste an ein Internetportal oder eine Smartphone-App. Zusammen mit seiner angegebenen Laufstrecke und der gewünschten Uhrzeit inklusive Datum wird nun eine individuelle "Sightjogging-Tour" errechnet. Dabei kann die zu bewältigende Strecke direkt als Navigation aufs Handy oder ein anderes portables Navigationsgerät geladen werden. Die Software beachtet dabei viele wichtige Parameter wie Öffnungszeiten, Führungen, Verkehrswege, Wetterbedingungen, Wartezeiten, Eintrittspreise und vieles mehr. Der Funktionsumfang lässt sich hier sicher modular gestalten und beliebig in seinen Funktionen erweitern. Zum Beispiel kann ein Sportgeschäft an der Strecke gesucht werden, welches auch große Größen für stattliche Jogger führt. Oder oder. Auch für radelnde Kollegen wäre dies alles übertragbar.

Der größte Vorteil dieses sehr aktiven Sightseeings ist wohl die Zeitersparnis für den Touristen. Aber auch ein einheimischer Jogger kann seine Stadt vielleicht ganz neu und auch umweltbewusst erleben, wenn er sich einfach mal umgekehrt eine Joggingstrecke einer bestimmten Länge als "Sightjogging-Tour" zusammenstellen ließe. Womöglich sagt sich dann der eine oder andere: "Hier bin ich aber schon lange nicht mehr lang gelaufen. Wie sich das verändert hat...". Wo wir eben auch beim nächsten Vorteil an sich sind: der Verkehrsentlastung. Denn wer seine Sehenswürdigkeiten aus eigenem Antrieb besucht, macht zwar einige Reise-, Bus- oder Taxiunternehmen etwas ärmer, sorgt aber für weniger Smog in der Großstadt. Auch wenn der sich in München erfreulicherweise sehr in Grenzen hält. Aber das System lässt sich sicher nicht nur in München etablieren. Obwohl, joggen im Smog...?! Kein System ist perfekt. Noch nicht.